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Handball Leoben

Unter dem Motto "In die Zukunft blicken, aber die Vergangenheit nicht vergessen" (Zitat Franz Rietner) berichten wir in den kommenden Wochen über Anekdoten und interessante, teils legendäre Geschichten unserer Vergangenheit. Wir sprechen mit Zeitzeugen, bringen spannende - teils in Vergessenheit geratene - Berichte und Interviews wieder ans Tageslicht. 

Teil 5 mit einem Portrait über Hans Turini, einer Legende zu Lebzeiten!

Hört man in Leoben den Namen Hans Turini, dann denkt man sofort an einen Mann der den Handballverein in der Montanstadt schon seit 1967 mitprägt und der für seine Verdienste in unterschiedlichsten Positionen im Verein, im Jahr 2002 das Landessportehrenzeichen der Steiermark in Gold erhielt. Hans ist im wahrsten Sinne ein Mann für alle Fälle!

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(Hans Turini bei der Verleihung des goldenen Landessportehrenzeichens gemeinsam mit Landeshpt.-Stellv. Mag. Voves und Landesrat Dr. Hirschmann im Jahr 2003)


Die aktive Laufbahn begann Hans Turini beim SV Leoben im Jahr 1957. Nach der Auflösung dieses Vereins und einigen legendären Stadtderbys im Jahr 1967 wechselte Hans zur Union Leoben, wo er zur Legende werden sollte. Als Stürmer war Turini im Großfeldhandball im Einsatz. Seine Teamkollegen bildeten damals das Who-is-Who in Leoben. Namen wie Auffinger, Brix, Donau, Felser, Matuschkowitz, Rieser, Schober, Taferner und Wolkenstein sind dabei nur einige Stellvertreter für Familien die nicht nur im Bezirk Leoben Bekanntheit erlangten. "Das Feld war damals in drei Drittel aufgeteilt und ich war im Sturm. Ein Spieler durfte jeweils mit in die Sturmzone und zurück laufen.", so Turini. In dieser Zeit kreuzten sich auch die Wege von Horst Schabereiter und unserer Legende, wenn auch beide erst wieder durch unsere Geschichtsaufarbeitung auf diese lange Verbundenheit aufmerksam wurden. Horst war der Sohn vom damaligen Buschauffeur und daher schon in ganz jungen Jahren bei Auswärtsfahrten dabei. Hans erinnert sich an diese Fahrten gerne, obwohl viele Storys unter Verschluss bleiben. "Die Fahrten damals waren immer sehr abenteuerlich. Ich erinnere mich nun wieder an den Sohn vom Busfahrer und an eine Fahrt, wo ich mit 17 Jahren zu den jüngeren Spielern des Teams gehörte. Bei der Heimfahrt ging es immer laut zu im Bus. Dass das der Horst war, den ich nun noch immer gerne in der Halle bei den Spielen antreffe, das hätte ich nicht gedacht", meint Turini erstaunt.

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(Hans Turini als Spieler, stehend, 2. von links)

Die Karriere als Spieler endete für Hans verletzungsbedingt im Alter von nur 25 Jahren. Bei einem Spiel gegen Bruck zog er sich einen Bruch des Schienbeinkopfs und eine Bänderverletzung zu. "Insgesamt lag ich vier Wochen im Spital. Ich habe es zwar noch einmal versucht, aber an Meisterschaftsspiele war nicht mehr zu denken", erzählt Turini der sich in seiner aktiven als auch seiner darauffolgenden Funktionärslaufbahn stets auf seine Gattin Irmtraud verlassen konnte. "Ich bin meiner Frau sehr dankbar für die Unterstützung die ich immer gehabt habe. Sie managte die Familie, wenn ich für meinem Verein im Einsatz war. Die vielen Wochenenden und Termine kann man gar nicht beziffern.", dankt Turini seiner Frau mit der er im Jahr 2015 die Goldene Hochzeit feierte. Die beiden leben gemeinsam in St. Peter Freienstein, wo sich beide auch leidenschaftlich um die Pflege des gemeinsamen Gartens kümmern.
Direkt nach dem Ende als aktiver Spieler, machte Hans die Ausbildung zum Handball-Lehrwart und führte als Trainer die Union Leoben zu steirischen Jugendmeistertitel. Viele in der Montanstadt nicht wegzudenkende Namen gingen dabei durch seine "Handballschule". Die Brüder Lanzmaier sowie die Brüder Taferner, wo Vater Hugo noch gemeinsam mit Hans im Team stand gehörten ebenso dazu, wie Gerhard Repolusk oder Michi Sauermoser und viele weitere Akteure die man gar nicht alle aufzählen kann. Neben seiner vielen Stunden, welche Turini am und neben dem Handballfeld verbrachte, machte er auch beruflich Karriere, die er bei den Steirischen Montanwerken als Einkaufsleiter beendete. Dorthin gelotst hat in sein sehr guter Freund und Teamkollege bei den Leobener Handballern, Dkfm. Hans Roth.

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(Hans Turini als Trainer)

Nach dem Ausscheiden von Franz Rietner als Langzeit-Sektionsleiter der Handballer im Jahr 1995 war ebenfalls Hans Turini zur Stelle. Er war federführend bei der Gründung eines Funktionärsteams, welches sich zum Ziel setzte, mit der Sportunion Leoben in die Handball-Bundesliga aufzusteigen. 1999 wurde dieses Vorhaben dann auch Wirklichkeit. Hans Turini wurde oft als der "gute Geist im Hintergrund" beschrieben, wie es auch ein Artikel anlässlich der Verleihung des Steirischen Landessportehrenzeichens in Gold durch den damaligen Landeshauptmann Stellvertreter Mag. Voves und Landesrat Dr. Hirschmann geschrieben stand. Das Ehrenzeichen ist nur ein kleines Symbol für die vielen Taten und Stunden, welche Turini für die Union Leoben im Einsatz war und wo man ihn auch heute noch bei Heimspielen findet. Egal ob als Spieler, Jugentrainer, Organisationsleiter und Sektionsleiter, Hans Turini ist ein Mann für alle Fälle der die Union Leoben in vielerlei Hinsicht prägte und der in der Sportwelt der Montanstadt zu den großen Vorbildern zählt.

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(Sektionsleiter Hans Turini mit der Kampfmannschaft im Jahr 1979)

Angesteckt vom Handballgeist wurde auch die Familie von Hans und Irmtraud Turini. So war Sohn Hannes ebenfalls viele Jahre als aktiver Spieler und später als sportlicher Leiter der Union Leoben im Einsatz. Auch seine Enkelkinder Peter und Christine, letztere erweckte damals den Mädchenhandball in Leoben wieder, trugen das von Opa so geliebte Dress der Union Leoben.

Die Union Leoben freut sich auf viele weitere gemeinsame Stunden mit ihrem Ehrenmitglied Hans Turini, der mit seinen Geschichten wohl einige Abende füllen könnte!

("In die Zukunft blicken, aber die Vergangenheit nicht vergessen" - Teil 5, AL)
zukunft seinerzeit

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